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Anlage von Versuchsflächen der Zerreiche in Brandenburg

Aufgrund des voranschreitenden Klimawandels steht auch die Forstwirtschaft vor neuen Herausforderungen, wenn es darum geht standortsgerechte Baumarten für den Wald der Zukunft zu finden. Gerade wegen seiner Langlebigkeit und Ortsgebundenheit ist das Ökosystem Wald insbesondere vom Klimawandel betroffen. Die höheren Temperaturen und eine veränderte Niederschlagsverteilung werden voraussichtlich die Stabilität einiger heimischer Baumarten gefährden. Das Risiko biotischer und abiotischer Waldschäden erhöht sich hiermit ebenfalls.
Es ist somit schon heute zwingend erforderlich klimaangepasste Bestände zu begründen und eine möglichst hohe ökologische Vielfalt zu schaffen. Das ist sowohl für die weitere Versorgung der Wirtschaft mit dem Rohstoff Holz, als auch zum Schutze des Ökosystems Wald und seiner Funktionen für die Gesellschaft von herausragender Bedeutung.
Aus diesen Gründen rücken, neben an das prognostizierte Klima angepasste Provenienzen einheimischer Baumarten, immer mehr fremdländische Baumarten in den Blickpunkt der Wissenschaft und auch der Wirtschaft. Insbesondere Baumarten, wie die Zerreiche (Quercus cerris L.), die an Trockenstress angepasst sind und wichtige Kriterien, wie Sturmfestigkeit und Konkurrenzstärke erfüllen, kommen dabei in Frage.
Der voranschreitende Waldumbau in Brandenburg von reinen Nadelholzbeständen in klimaresistente Mischwälder rückt die Erforschung ebendieser fremdländischen Baumarten auch in das Interesse der Wildlinge GmbH. Im Jahr 2013 wurde somit in einem erst kürzlich wiederentdeckten Zerreichenbestand in der Nähe von Werneuchen Saatgut gewonnen und der Forstbaumschule Schrader zur Lohnanzucht übergeben. Nun, zwei Jahre später, sollen die Zerreichen auf rund fünf Hektar im Herbst 2015 und Frühjahr 2016 zusammen mit Traubeneichen angebaut werden um diese in ihrem Wuchsverhalten zu vergleichen. Zur Dokumentation und als Grundlage weiterer Forschungsarbeit hat die Wildlinge GmbH in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde eine Bachelorarbeit in Auftrag gegeben.
Ziel dieser Arbeit ist die Auswahl geeigneter Anbauflächen, deren Vorbereitung und Dokumentation sowie die Aufnahme der Anwuchserfolge.
Die Anfertigung der Bachelorarbeit wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Brandenburg gefördert.
Weitere Informationen zum ESF finden Sie unter www.esf.brandenburg.de und www.ec.europa.eu.

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